Best war Anfang Oktober mit akuten Atem­be­schwerden ins Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert worden. Die Ärzte dia­gnos­ti­zierten eine Nie­ren­in­fek­tion und ver­legten ihn wenig später auf die Inten­siv­sta­tion. Vor vier Wochen konnte er diese wieder ver­lassen und befand sich seitdem ver­meint­lich auf dem Wege der Bes­se­rung. Am ver­gan­genen Freitag aller­dings war eine erneute Ein­wei­sung unum­gäng­lich geworden. Der ​fünfte Beatle´ erlitt Ein­blu­tungen in der Lunge und musste wie­der­holt künst­lich beatmet werden, seitdem hatten sich Mel­dungen ver­dichtet, nach denen sich der Zustand des 59-Jäh­rigen rapide ver­schlech­terte. Den gesamten Freitag über hatten Fans Blumen am Kran­ken­haus nie­der­ge­legt, bevor ein Spre­cher der Klinik kurz nach 14.00 Uhr die Todes­nach­richt über­brachte. Am Mitt­woch­vor­mittag hatte der behan­delnde Arzt Roger Wil­liams dem bri­ti­schen TV-Sender Sky News bereits mit­ge­teilt, dass keine Hoff­nung mehr auf eine Ver­bes­se­rung des Zustandes von Best bestünde. Wil­liams erklärte, er wäre ​sehr über­rascht, wenn Best die nächsten Tage über­leben würde. Seine Stunden sind gezählt´. Seine erfolg­reichste Zeit erlebte George Best in den 60er Jahren. Bereits mit 17 debü­tierte er für Man­chester United in der Pre­mier League, 1965 und 1967 wurde er mit den ​Red Devils´ eng­li­scher Meister. 1968 reckte er nach dem 4:1‑Triumph nach Ver­län­ge­rung im Euro­pa­po­kal­fi­nale gegen Ben­fica Lis­sabon die Lan­des­meister-Tro­phäe in den Himmel – der größte Tag seiner Kar­riere und gleich­zeitig das erste Mal, dass ein eng­li­scher Klub den begehrten Pokal holte. Im glei­chen Jahr wurde Best als bis dahin jüngster Spieler mit 21 Jahren ​Europas Fuß­baller des Jahres´. Ein­ziger Wer­muts­tropfen in der Lauf­bahn der ​ManU´-Legende war der man­gelnde Erfolg in der Natio­nalelf, für die Best 37-mal auf dem Feld stand. Wei­tere ähn­lich begabte Fuß­baller suchte man in Nord­ir­land zu seiner Glanz­zeit ver­ge­bens. Bereits im Alter von 26 Jahren nahm die steile Profi-Kar­riere des Jahr­hun­dert­ki­ckers früh­zeitig ein jähes Ende. 1972 war er nach 290 Spielen und 115 Toren für United für den Verein nicht mehr tragbar und erklärte gezwun­ge­ner­maßen seinen Rück­tritt. Zuvor war Best ange­trunken zum Trai­ning erschienen und mehr­fach für einige Wochen spurlos ver­schwunden. In der Fol­ge­zeit ver­dingte er sich bis 1983 bei unter­klas­sigen eng­li­schen Teams und als ​Show-Kicker´ in den Ver­ei­nigten Staaten, doch die Form seiner frühen Jahre sollte ​Simply the Best´ nie wieder errei­chen. Der finan­zi­elle und soziale Absturz war längst nicht mehr auf­zu­halten. Bests Leben außer­halb des Platzes glich stets einer rasanten Ach­ter­bahn­fahrt. Als Folge jah­re­langen exzes­siven Alko­hol­kon­sums war seine Gesund­heit schon früh schwer ange­schlagen. Doch Best trank auch dann noch weiter, als Ärzte nach einer zehn­stün­digen Leber­trans­plan­ta­tion im Jahr 2002 pro­phe­zeiten, sein nächster Drink könne auch der letzte sein. Der Exzen­triker erlebte eine Reihe von geschäft­li­chen Fehl­schlägen und schä­digte seinen Ruf immer wieder mit spek­ta­ku­lären Eska­paden. 1984 saß er wegen Trun­ken­heit am Steuer für zwei Monate im Gefängnis, wei­tere Inhaf­tie­rungen sollten folgen. 2003 wurde er gegen­über seiner von ihm getrennt lebenden Frau Alex hand­greif­lich und wurde von Pro­sti­tu­ierten in einem Lon­doner Nobel­hotel um 2000 Pfund erleich­tert. Trotz aller Nega­tiv­schlag­zeilen werden die Fans in aller Welt vor allem die genialen Momente des ​Wun­der­dribb­lers´ in Erin­ne­rung behalten, dessen Leben im Rück­blick wie ein ein­ziger Rausch­zu­stand erscheint. Mit dem in seiner Pro­fi­kar­riere ange­häuften Reichtum ver­fuhr Best auf seine ganz beson­dere Art: ​Ich habe einen Groß­teil meines Geldes für Alkohol, Weiber und schnelle Autos aus­ge­geben. Den Rest habe ich ein­fach ver­prasst´, bekannte Best einst frei­mütig.