1.
Von Bayern-Manager Uli Hoeneß mitten im Inter­view nach Welt­klas­se­spieler von Real Madrid gefragt, nannte ein Jour­na­list von der ​Abend­zei­tung“ drei Namen: ​Figo, Raul, Roberto Carlos.“ – ​Sind drei, okay“, maulte Hoeneß, ​aber die haben wir auch: Kahn, Effen­berg, Elber. Noch einen von Real!“ – ​Guti?“, ver­suchte es der Mann der Presse. Hoeneß: ​Ach was! Das ist doch kein Welt­klas­se­mann, son­dern nur ein guter Spieler.“

2.
Ganz oben auf dem Brief­kopf von Gutis ein­drucks­voller Erfolgs­bi­lanz: Die drei Cham­pions-League-Siege mit Real Madrid. Dumm nur: Guti stand nicht in einem der drei End­spiele auch nur eine Minute lang auf dem Rasen. Muss man auch erstmal schaffen.

3.
Belei­di­gungen müssen nicht immer gleich Belei­di­gungen sein. Man kann seinen Gegen­über mit allerlei Kraft­aus­drü­cken zer­quet­schen, oder man wählt eine fast lite­ra­ri­sche Vari­ante wie Guti, der einem ständig meckernden Jour­na­listen auf einer Pres­se­kon­fe­renz emp­fahl: ​Geh doch aufs Land und fang Schmet­ter­linge!“

4.
Gefühlt 100, ganz genau 15 Jahre spielte Guti für Real Madrid, den Klub, der ihn bereits in der Jugend aus­ge­bildet hatte. Als er seinen Her­zens­verein dann (gemeinsam mit Raul) im Sommer 2010 ver­ließ, um ab und an auch wieder auf dem Platz stehen zu dürfen, ver­an­stal­tete Real nicht etwa ein trä­nen­rei­ches Abschieds­spiel samt Orchester und Poli­zei­ka­pelle, nein, Real gab eine Pres­se­kon­fe­renz. Kein Wunder, dass Guti zwei Monate später moserte: ​Raul und ich hätten einen bes­seren Abschied ver­dient gehabt.“

5.
2010 setzte Guti, inzwi­schen bei Bes­iktas Istanbul unter Ver­trag, seinen schi­cken weißen Range Rover in einen harmlos geparkten Bus. Weil das nicht irgendwo und irgend­wann und irgendwie pas­sierte, son­dern mit angeb­lich 2,71 Pro­mille im Blut um 4 Uhr in der Früh vor der Istan­buler Nobel­disco ​Reina“, war der Mini­skandal per­fekt. Guti anschlie­ßend wütend: ​Dass ich 2,71 Pro­mille hatte, ist eine Lüge! Ich hatte nicht mal 0,71.“ Den Füh­rer­schein war Guti trotzdem los – für sechs Monate.

6.
Weil ihn eine ita­lie­ni­sche Klatsch­zei­tung dabei foto­gra­fierte, wie er angeb­lich einem Mann nach dem Dis­co­be­such auf den Mund küsste, musste sich Guti anschlie­ßend der ​Vor­würfe“ erwehren, er sei homo­se­xuell. Klar, ein Typ wie Guti, immer etwas zu schön, immer etwas zu blond, immer etwas… Tage später klärte der Fuß­baller die Knut­scherei auf: Der ​Mann“ an seiner Seite sei seine Schwester gewesen, die ihm soeben mit­ge­teilt hatte, erneut schwanger zu sein.

7.
Pepe. What an idiot!“, tex­tete ein sicht­lich erregter Wayne Ronney bei Twitter, nachdem der Ver­tei­diger von Real Madrid im ​Cla­sico“ Barcas Messi auf die Hand getreten war. Eben­falls via Twitter sprang Guti seinem ehe­ma­ligen Mann­schafts­kol­legen zur Seite und ant­wor­tete gar phi­lo­so­phisch: ​I laugh at Rooney. There are many saints but in heaven. If you want to be a saint you must prac­tise what you preach.“

8.
Ob da noch eine Klage droht? Sucht man im Internet nach dem Fuß­baller Guti, landet man als­bald auf der Home­page von GUTi, dem ​Gäs­te­s­er­vice Umwelt­ti­cket“, einem Kur­karten-Ver­kaufs­dienst im Bay­ri­schen Wald. Wir zitieren: ​Die Ziele des GUTis sind auf Seiten der Feri­en­gäste durch den kos­ten­losen öffent­li­chen Nah­ver­kehr an die Region Bay­ri­scher Wald gebunden werden und inner­halb der Natur­parke und des Natio­nal­parks sich umwelt­freund­li­cher bewegen.“

9.
Gutis Mar­ken­zei­chen, also die Haare, nicht der Bay­ri­sche Wald, sorgten einst für einen hüb­schen Dialog mit Reals Ex-Trainer Vicente del Bosque. Del Bosque: ​Du bist so ein netter Junge, aber immer diese langen Haare. Warum lässt du sie nicht abschneiden?“ Guti: ​Nur wenn Sie den Schnurr­bart abnehmen, Sir!“

10.
Guti vor Unter­schrift bei Schalke 04!“, pfiffen es diverse Inter­net­por­tale am 24. Januar 2012 von den Dächern. Tenor: ​Wie die große spa­ni­sche Sport­zei­tung As berich­tete, wird Guti in den kom­menden Tagen einen Ver­trag bei Schalke unter­schreiben. Das Züng­lein an der Waage sei Raul gewesen!“ Noch am selben Tag schickte Schalkes Manager Horst Heldt eine Pres­se­mit­tei­lung raus: ​Wir planen keinen Ein­kauf.“

11.
Ein letztes Lob vom Aller­größten. ​Guti macht Dinge mit dem Ball, mit denen nie­mand rechnet.“ Sprach einst Zine­dine Zidane. Und wer dieses Video sieht, der weiß wahr­schein­lich, was Zizou meinte.