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Das Mill­erntor war blau, so viel Bullen waren da. Und Mensch Meier musste heulen, das war wohl das Trä­nengas. Und er fragte irgend­einen: ​Sag mal, ist hier heut ​n Fest?“ ​Sowas Ähn­li­ches“, sagte einer, ​Han­nover kommt mit Aus­wärts­fans.“

Hätten Rio Reiser und Ton Steine Scherben dieses Fuß­ball­wo­chen­ende erlebt, es hätte sie in die Haus­be­set­zer­szene der sieb­ziger Jahre zurück­ver­setzt. Auf St. Pauli, wo Han­nover 96 zum Aus­wärts­spiel ran musste, und in Bochum, wo die Kölner zum Abstiegs­duell zu Besuch waren, kam es zu mas­siven Poli­zei­ein­sätzen in den jewei­ligen Aus­wärts­blö­cken. Vor allem die Bilder aus Ham­burg waren heftig: Videos zeigen, wie eine behelmte Knüp­pel­garde den 96-Block stürmt und scheinbar will­kür­lich mit Pfef­fer­spray in die Menge sprüht. Zur Dees­ka­la­tion, wie es heißt. Die Mopo will sogar erfahren haben, dass die Ham­burger Polizei kurz­zeitig über den Gebrauch einer Schuss­waffe dis­ku­tiert hätte. Bestä­tigt ist das nicht.

Ähn­liche, wenn auch nicht ganz so dra­ma­ti­sche Szenen, spielten sich tags darauf im Ruhr­sta­dion ab, wo es mit FC-Fans zu Pro­blemen beim Ein­lass gekommen war. Was die Bochumer Polizei dazu ver­an­lasste, von den Wort­un­ge­tümen ​Ein­satz­mehr­zweck­stock“ und ​Reiz­stoff­sprüh­gerät“ Gebrauch zu machen. Schon jetzt steht erfah­rungs­gemäß fest: Eine lücken­lose Auf­klä­rung der Vor­komm­nisse ist nicht zu erwarten. Es wird end­lich Zeit, den Umgang mit Fuß­ball­fans grund­le­gend zu ver­än­dern. Sie nicht zu dämo­ni­sieren. Oder wie Rind­vieh durch die Straße zu eskor­tieren. Auch wenn Fuß­ball­fans meist keine von Gott ent­sen­deten Unschulds­kinder sind, macht sie das noch lange nicht zu Ver­bre­chern. Nicht Ultra­szenen, dafür aber Was­ser­werfer und Hun­dert­schaften schaffen eine gewalt­be­reite Droh­ku­lisse.

Walter, immer Walter

Ist er unver­schämt? Cho­le­risch? Oder direkt? Und seine Ehr­lich­keit erfri­schend? Seit jeher reißt die Mei­nung zu HSV-Trainer Tim Walter auch die stra­pa­zier­fä­higsten Fami­lien ent­zwei. Nach der Aus­wärts­nie­der­lage, dieses Mal in Kiel, legte Walter den nächsten Inter­view-Auf­tritt hin, der ihn in eben­jenen Span­nungs­zu­stand stellt. Auf die Frage eines Jour­na­listen, warum seinem Team bei Aus­wärts­spielen die immer­glei­chen Fehler unter­laufen würden, erwi­derte Walter: Ein guter Gast bringe nun mal Gast­ge­schenke mit. Trotzig, sagen nun die einen. Trotzig, mitt­ler­weile aber auch fast alle anderen. Denn all­mäh­lich über­wiegt die Skepsis deut­lich. Konnte Ham­burgs Trainer lange noch mit seinem radi­kal­of­fen­siven ​Wal­ter­ball“ dage­gen­halten, nervt sein Dog­ma­tismus und die Pat­zig­keit inzwi­schen auch die treuen Gefolgs­leute. Lang­ersehnte Kon­ti­nuität hin oder her. Will der Ham­burger SV auf­steigen, muss er Tim Walter los­werden.

Cone Om!

Den Fans vom FC Zürich ist die Cho­reo­grafie des Wochen­endes gelungen. Beim Spiel in Lugano brachten sie es fertig, die Buch­staben N und M zu ver­tau­schen und prä­sen­tierten ihrer Mann­schaft ein gepfef­fertes ​Cone Om!“ Und das Team? Ent­wirrte die Bot­schaft und gewann mit 3:0. Wir sagen: Ver­hor­ra­gend! Ver­gleich­bares spielte sich 2011 übri­gens in Wolfs­burg ab, als ein Fan ein Banner vor­be­reitet hatte und ​Hoenß raus“ for­derte. Der betrof­fene Dieter Hoeneß begriff die Mes­sage den­noch und strich knapp einen Monat später die Segel.

Das steht heute an

Bäm! Spam: So wie es sich anhört, ist unser Him­mels­brief vom Freitag bei einigen von euch im Spam-Ordner gelandet und ihr habt ihn darum nicht gelesen. Zur Wie­der­gut­ma­chung müsst ihr diesen Ket­ten­brief an zehn Kon­takte schi­cken. Tut ihr das nicht, so steht morgen früh Maik Wal­purgis an der Geschäfts­stelle und will euren Lieb­lings­verein über­nehmen. Über­legt es euch also gut. Zeit dafür hättet ihr allemal. Der Fuß­ball-Kalender ist näm­lich leer.

Habt einen guten Wochen­start!

Max Nölke