Die Geschichte von King Kazu beginnt auf acht Mil­li­me­tern. So schmal sind die Nega­tiv­streifen, die Naya Miura im Sommer 1970 ver­wendet, als er im Azte­ken­sta­dion von Mexiko-Stadt filmt, wie die bra­si­lia­ni­sche Natio­nal­mann­schaft Welt­meister wird. An glei­cher Stelle haben die Japaner zwei Jahre zuvor an den Olym­pi­schen Spielen teil­ge­nommen, doch für die WM sind sie wieder mal nicht qua­li­fi­ziert. Naya Miura ist als Fan nach Mit­tel­ame­rika gereist, zu Hause warten seine Söhne, denen er schon bald die Bilder von Pelé, Tostão und Carlos Alberto zeigen wird. ​Ich wuchs mit den Videos auf, die mein Vater auf­ge­nommen hatte“, erin­nert sich Kazu­yoshi Miura, der 1970 drei Jahre alt ist. ​So wurde ich ein Fan des bra­si­lia­ni­schen Fuß­balls.“ Es ist nur der Anfang einer wun­der­samen Geschichte. Fragt man heute Fuß­baller nach den Idolen ihrer Kind­heit, fallen Namen wie Ronald­inho, Ziné­dine Zidane oder – ganz selten – Dariusz Wosz. Aber nie­mand außer Miura nennt Pelé. Denn nie­mand außer Miura ist 57 Jahre alt und spielt immer noch Fuß­ball. Wie ist das mög­lich?