Es ist Nacht. Ali Daei sitzt vor einem Kran­ken­haus in seinem Auto. Auf­merksam beob­achtet der ehe­ma­lige Fuß­ball­profi den Haus­ein­gang. Gewis­ser­maßen hält er Wache, denn im Kran­ken­haus liegt der sys­tem­kri­ti­sche Blogger Hos­sein Ronaghi, geschwächt durch einen Hun­ger­streik. In diesen Tagen kann sich im Land nie­mand aus der Pro­test­be­we­gung sicher fühlen. Es han­delt sich bei dieser Szene um ein Bild, geteilt auf Twitter, das zeigt: Ali Daei steht wei­terhin für die Oppo­si­tion im Iran ein.

Die ZDF-Kor­re­spon­dentin Golineh Atai teilte das Bild am Montag auf Twitter. Sie schrieb dazu: ​Als ob er sagen will: Ich bin da. Meinen Augen ent­geht kein Unrecht.“ Geboren in Teheran, weiß Atai selbst ganz genau, worum es der­zeit im Iran geht: Um nicht weniger, als die Frei­heit, seine Mei­nung zu äußern. Hos­sein Ronaghi ist mit Unter­bre­chungen seit 2009 poli­ti­scher Gefan­gener im Iran. Anfang 2022 wird er erneut fest­ge­nommen, Sicher­heits­kräfte bre­chen ihm dabei beide Beine. Auch Golineh Atai berichtet davon, wie grausam das Regime vor­geht: Auf Pro­tes­tie­rende, die sich am Montag vor dem Kran­ken­haus ver­sam­melten, sei geschossen worden, schreibt sie.

Dieses Bild. Als ob er sagen will: \u201cIch bin da. Meinen Augen entgeht kein Unrecht.\u201d
Der Ex-Fu\u00dfballprofi Ali Daei - gestern Nacht vor dem Krankenhaus, in das der politische Gefangene Hossein Ronaghi gebracht wurde. Auf Demonstranten, die sich dort sammelten, wurde geschossen. pic.twitter.com\/dtWexo7ebd<\/a><\/p>&mdash; Golineh Atai (@GolinehAtai) November 14, 2022<\/a><\/blockquote>