Bevor Bochum gegen Dortmund im DFB-Pokal spielte, bevor Alba Berlin gegen Olympiakos Piräus antrat und auch vor den Spielen der Klub-WM gab es diese Woche Schweigeminuten in den Sportarenen. Die Gedanken sind bei den Opfern der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien.
Die Bilder, die nach Deutschland dringen, sind erschütternd und apokalyptisch. Mindestens 21.000 Menschen starben bei dem Beben, das am Montag den Südosten der Türkei und Teile Syriens erschütterte. 10 von insgesamt 81 türkische Provinzen befinden sich im Ausnahmezustand. Genau so wie die türkische Süper Lig. Ein Überblick.
Aussetzung des Spielbetriebs
Der türkische Fußballverband (TFF) setzte als erste Reaktion den Spielbetrieb zunächst bis Sonntag aus und passte sich so der vom Präsidenten Recep Tayyip Erdogan per Dekret verhängten siebentägigen Staatstrauer an. TFF-Verbandspräsident Mehmet Büyükeksi wird nun aber von der Nachrichtenagentur DHA zitiert: „Wir hatten unsere Spiele, die diese Woche stattfinden sollten, auf nächste Woche verschoben. Aber unser Schmerz ist noch zu groß. Daher haben wir heute entschieden, erst am 3. und 4. März zu beginnen.“
Darüber hinaus verlängerte der türkische Verband das Transferfenster, das eigentlich am Montag endete, bis zum 18. Februar. Die Fifa genehmigte den Antrag, die Verlängerung soll Nachteile für betroffene Vereine beheben.
Hatayspor stellt Spielbetrieb ein
Hatayspor, ein Verein aus der 390.000-Einwohner-Stadt Antakya, die besonders schlimm betroffen ist, wird die Saison nicht zu Ende spielen: „Hatayspor Club hat uns heute einen Brief geschickt und mitgeteilt, dass es seine Spiele in dieser Saison nicht mehr bestreiten wird“, sagte Büyükeksi. Hatayspor-Stürmer Christian Atsu wird weiterhin vermisst. Genauso wie der Sportdirektor Taner Savut. Mittendrin auch der Ex-Fürther Jeremy Dudziak. Erst Ende Januar lieh die SpVgg ihren Spieler an Hatayspor aus. Der offensive Mittelfeldspieler ist nun wieder in Deutschland und sei laut Fürths Coach Alexander Zorniger „physisch okay“.
Das Erdbeben beschädigte das Trainingsgelände von Hatayspor schwer. Das Team hat nun die Möglichkeit, die Räumlichkeiten in Riva beim türkischen Verband zu nutzen.