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Verlieren wir, entziehen wir unserem Körper Dopamin. Ein Belohnungsreiz bleibt aus, wir fühlen uns niedergeschlagen. Während der FC Schalke auf bestem Wege ist, seine Fans einmal mehr zum Dopamin-Fasten zu zwingen, wissen diejenigen, die es mit dem FC St. Pauli halten, überhaupt nicht mehr, wie sich das anfühlt – verlieren. Die Mannschaft von Fabian Hürzeler ist seit dem 21. April 2023 saison- und wettbewerbsübergreifend ungeschlagen. Nicht einmal Xabis Leverkusener können bei so einer Serie mithalten. Nach einem kurzen Durchhänger vor dem Jahreswechsel, der sich in zwei Unentschieden ausdrückte, hat der FC St. Pauli die Zweitliga-Tabelle längst wieder gerade gezogen und sich zurück an die Spitze geschoben. Und damit erneut bewiesen, dass das Team ohne jeden Zweifel zu den besten 18 Mannschaften Deutschlands gehört. Schrankenlose Glücksgefühle herrschen in Hamburgs Vergnügungsviertel trotzdem nicht. Schuld daran ist eine etwas merkwürdige Situation: Fabian Hürzeler, der junge Vater des Erfolgs, ziert sich seit Monaten, seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag zu verlängern. Er möchte eine Ausstiegsklausel eingraviert haben, die Verantwortlichen am liebsten ein unwiderrufliches Bekennerschreiben. Zuletzt sagte Fabian Hürzeler, „das Gefühl muss stimmen“ und ließ sich mit der Aussage schon ein bisschen in die Karten blicken. Augenscheinlich stimmt das Gefühl gerade nämlich nicht.
Sein Taktieren könnte auf Geheiß seiner Berateragentur „Roof“ passieren. Der wird es schließlich herzlich egal sein, ob ihr Klient damit den eingeschlagenen Weg mit dem FC St. Pauli sabotiert. Oder ob es Spielern, die zu halten sind, ein fragwürdiges Zeichen ist, wenn ihr Trainer sich nicht committet. Dass sich Fabian Hürzeler dereinst für größere Aufgaben berufen fühlt und ihm Schmeicheleien aus Dortmund oder sonst woher gefallen, ist entschuldbar. Schrankenlose Glücksgefühle darf er dann aber nicht erwarten. Am Abend wartet Fortuna Düsseldorf im DFB-Pokal. Wo, das erinnern die St. Pauli-Fans vielleicht noch, verlieren ganz besonders wehtut.
„Der Löwe“
Eigentlich hatte Harry Kane das Fantreffen in Kirchweidach gut über die Bühne gebracht. Doch dann brachte die Frage von Emma aus der 3c die Stimmung zum Kippen. Ist aber auch ein doofer Zufall, dass sein Lieblingstier ausgerechnet das Wappentier des Stadtrivalen ist. Kane verbesserte sich aber umgehend: Er habe „Hund“ gemeint.
Verrückte Hunde
Der Afrika-Cup liefert weiter Drehbuchstoff. Schon in der Gruppenphase reihte sich Irrwitz an Wahnwitz. So wurden in zehn Tagen gleich fünf Nationaltrainer gefeuert. Bei der Elfenbeinküste flog der Trainer sogar im laufenden Wettbewerb. In einem Anflug von Panik fragte der ivorische Verband übers Wochenende bei Hervé Renard an (lechz!). Und tatsächlich wäre der Trainer der französischen Frauen-Nationalmannschaft sogar gerne als Feuerwehrmann eingesprungen, allein die Fédération Française de Football zeigte sich wenig begeistert von der Spontanität und erteilte ihm keine Freigabe. Also musste die Elfenbeinküste gestern Abend mit dem völlig überrumpelten Interimstrainer Emerse Faé gegen Titelfavorit Senegal antreten und spielte überraschend stark auf. Im Elfmeterschießen gewannen die Gastgeber und stehen auf einmal im Viertelfinale des Afrika-Cups. Nur eine Woche nach dem niederschmetternden 0:4 gegen Äquatorialguinea, das die Fußballnation in eine mittelschwere Krise zu stürzen drohte. Die Mannschaft aus dem Senegal indes darf sich nun zu den anderen ausgeschiedenen Mitfavoriten Ghana, Algerien, Kamerun und Ägypten auf die Couch fläzen und von dort beobachten, was die Drehbuchautoren als Nächstes bereithalten.
Ich will, ich will, ich will
Pappschildkameraden. Eine der nervigsten Marotten der Neuzeit sind die zahllosen Trikotbettler, die sich bei Fußballspielen auf der Tribüne sammeln. Erste Vereine sind bereits gegen die Plage vorgegangen und haben die peinlichen Lappen verboten. Immer gerne gesehen hingegen sind Schilder, auf denen lustige Dinge stehen. Wir haben vor Jahren mal eine Geschichte gemacht, in der wir unsere Redakteure übers ganze Land in Stadien verteilt haben, damit sie Kartons mit drolligen Botschaften hochhalten. Damals baten wir André Breitenreiter, uns sein Horst-Heldt-Outfit zu geben oder forderten Jonathan Klinsmann freundlich dazu auf, die Buddha-Statuen von seinem Vater rauszurücken. Hätte prima in die Reihe gepasst: Die Fans des walisischen Viertligisten Newport County, die ManUniteds Marcus Rashford um seinen Wochenlohn anschnorren.
reddit/soccer
Was steht heute an?
Wer sich auf die abendliche DFB-Pokalpartie zwischen St. Pauli und Fortuna Düsseldorf einstimmen möchte, kann bereits um 12.30 Uhr die Mattscheibe anstellen und den Kassenmagneten zwischen Usbekistan und Thailand gucken. Abgerundet wird der Tag dann mit David Odonkor, der es im australischen Dschungel vermutlich mit einem panierten Ochsenschniedel zutun bekommt.
We love to entertain you!
Max Nölke